Mittwoch, 20. Oktober 2010

Beschäftigtendatenschutz - DAV warnt vor Überregulierung

Der Deutsche Anwaltverein vertritt die Meinung:
Die heimliche Videoüberwachung soll grundsätzlich unzulässig sein (§ 32f Abs.1 E-BDSG). Damit werden auch angemessene Überwachungsmaßnahmen bei konkretem Tatverdacht etwa des Diebstahls ausgeschlossen. Hierdurch werden gerade kleinere Unternehmen, die eine ständige und damit offenkundige, flächendeckende Überwachungsanlage nicht vorhalten können, unangemessen benachteiligt. Datenschutz läuft auf diese Weise Gefahr, zum Täterschutz zu werden.


Der Sicherheitsexperte Walter C. Dieterich von Cash-Plus sagt dazu:
Wie Erfahrungsberichte zeigen, ist genau das Gegenteil der Fall. Kleinere Unternehmen,  haben, das drückt auch der Begriff "kleinere Unternehemen "  aus,  meistens eine kleinere Fläche, die es zu überwachen und kontrollieren gilt.

So kann ein  Einzelhändler mit einer kleinen Fläche, in aller Regel eine offene und somit präventive Videoüberwachung an neuralgischen Punkte installieren, die ihn am Ende sogar noch weniger kostet als ein Detektiveinsatz mit verdeckter Kamera.

Der Einsatz von Detektiven und einer heimlichen Videoüberwachung ist immer mit einem erhöhten Misstrauensfaktor, auch beim nichtverdächtigten Personal verbunden. Dieses Misstrauen führt unweigerlich zu einem  Personalwechsel und dies hat zusätzlich Umsatzeinbußen zur Folge. Die Gesamtkosten einer heimlichen (Video) -Überwachung sind dann mindestens so hoch , wie der Preis für eine offene Videoüberwachung mittlerer Größer mit ca 10 Kameras, wenn nicht gar doppelt so hoch.

Weil die Kosten für eine heimliche Überwachung so hoch sind, ist es sogar so, dass sich seither nur die großen Unternehmen den Einsatz von Detektiven ( siehe Lidl) leisten konnten.

Die offene Videoüberwachung sieht  der Gesetzentwurf für folgende Bereiche vor:
1. zur Zutrittskontrolle,

2. zur Wahrnehmung des Hausrechts,
3. zum Schutz des Eigentums,
4. zur Sicherheit des Beschäftigten,
5. zur Sicherung von Anlagen,
6. zur Abwehr von Gefahren für die Sicherheit des Betriebes,
7. zur Qualitätskontrolle,


Präventive Kontrollmaßnahmen mit offener Videoüberwachung, über die alle Mitarbeiter entsprechend dem Gesetzentwurf zum Beschäftigtendatenschutz nun ausführlich informiert sein müssen, bewahren gerade kleinere Unternehmen vor Schaden und Verlusten und schützen zudem das Personal an den Kassen vor Überfällen.

Videokameras, die in Betrieben kontrollieren, informieren, beaufsichtigen und schützen werden uns deshalb  bald so vertraut sein, wie die Blitzer an den Bundesstraßen. Die heimliche Überwachung und die Stasi-Spitzelmaßnahmen durch Detektive, sollten mit dem Beschäftigtendatenschutzgesetz nun endgültig der Vergangenheit angehören.

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